...Österreichrundreise....und dann doch noch Kroatien...

Gestartet sind wir am 04.09. , wobei uns unsere erste Etappe nach Bamberg führte. Hier haben wir den Stellplatz Wohnmobilhafen Bischberg angefahren. Dieser liegt verkehrsgünstig, hinter einem Einkaufsgebiet, nur ca. 5 km vom Stadtzentrum entfernt, welches über Fahrradwege in 20 Minuten bequem zu erreichen ist. Der Platz wird begrenzt durch den Main und ist nachts sehr ruhig. Für uns also ideal um die Stadt zu besuchen.

Entlang des Mains, der Regnitz und vorbei an "Klein Venedig" (ehemalige Fischerhäuser), sind wir durch die malerische Altstadt zum Dom und danach zum bekannten Rathaus gefahren. Dieses befindet sich auf einer künstlich angelegten Insel und zählt - neben dem Dom und dem Bamberger Reiter - zu den bekannten Wahrzeichen Bambergs. 

Weiter ging es am nächsten Tag nach Regensburg. Hier hatten wir uns in Ermangelung von geeigneten Stellplätzen den AZUR Camping als Standort ausgesucht. Trotz anderweitigem Ausweis im ACSI Campingführer wurde die ACSI Card nicht akzeptiert, was den Übernachtungspreis für zwei Tage von 54,00 € auf 134,00 € ansteigen ließ. Im Hinblick auf die Ausstattung des Platzes eine absolut überzogener Preis. Der einzige Vorteil des Platzes ist die Lage an der Donau und die Möglichkeit zu Fuß oder mit dem Rad von hier die Innenstadt schnell und bequem zu erreichen.

Die Altstadt von Regensburg ist wirklich einen Besuch wert. Wir besichtigen den Dom, schlendern durch die Altstadt und lassen es uns nicht nehmen, bei dem ältesten "Fastfood Restaurant" (Wurstkuchl) einzukehren und die bekannten Bratwürstl auf Sauerkraut mit dem hauseigenen Senf zu verkosten. Die Ursprünge des Lokals gehen zurück auf das 12. Jahrhundert. Später diente es als Imbiss für die Hafenarbeiter und die Bauarbeiter des Doms. Mit der Idee hier einzukehren waren wir nicht die Einzigen, haben dann aber doch recht zügig einen Platz ergattert ..... für die, die nicht solange warten wollen, gibt es die "Würstl to go", man geht halt mit der Zeit ! 

Wir verlassen den überteuerten Campingplatz in Regensburg und fahren Richtung Österreich. Der erste Halt soll am Wolfgangsee erfolgen. Hier haben wir uns die Landzunge bei Gschwandt ausgesucht, da es dort mehrere Campingplätze gibt. Dort angekommen müssen wir allerdings feststellen, dass alle Plätze ausgebucht sind. Erst am letzten Camp, dem Camping Primusbauern, ergattern wir noch einen Platz. Die Stromversorgung ist - sagen wir mal freundlich - abenteuerlich. An einer Dose hängen hintereinander drei Kabeltrommeln, die auf der Wiese liegend mittels Plastiktüten gegen "Feuchtigkeit geschützt" sind. Egal, Hauptsache wir haben einen Stellplatz. Für Hund und Katze ideal, da wir am Rande des Platzes auf einer Wiese in direkter Nachbarschaft zu den Tieren des Bauernhofes stehen. 

Da der Campingplatz keinen Einkaufsmarkt besitzt, geht es mit dem Fahrrad auf einem Fahrradweg entlang des Sees zum einkaufen nach St.Gilgen . Ein bekannter Ort am Wolfgangsee, verbrachte hier die "Birne" (Helmut Kohl) nebst Familie jahrelang seinen Sommerurlaub. Bekannter dürfte allerdings sein, dass hier das Geburtshaus der Mutter von Wolfgang Amadeus Mozart steht. Später wohnte dort Nannerl, die Schwester von Mozart, nebst Familie. St.Gilgen ist ein ausgesprochen schmucker Ort, der einen Besuch lohnt.

Natürlich wollen wir auch wandern und so starten wir vom Campingplatz zur Sausteigalm. Die einfache Strecke beträgt 7,8 km bei der rund 600 Höhenmeter bewältigt werden müssen. Zu Beginn geht es auf einem guten Wanderweg ordentlich bergauf, dann folgt eine Flachpassage und dann....die letzten drei Kilometer, auf einem durch Waldarbeiten heftig in Mitleidenschaft gezogenen Waldweg, nochmals ordentlich bergauf. Selbst die Sonne versteckt sich nun beim Anblick des Zustands der Strecke...

Zur Belohnung gibt es auf der Sausteigalm eine ordentliche Brotzeit und für Margrit einen köstlichen Kakao (laut Margrit der beste Kakao, den sie je getrunken habe). Ich dagegen bevorzuge wegen Ausgleichs des Flüssigkeitsverlustes ein alkoholfreies Weizenbier als "isotonisches Getränk".

Nach einer Woche Wolfgangsee fahren wir weiter. Auf dem Programm steht die Besichtigung des Benediktinerstifts Admont. Hier wollten wir uns eigentlich die berühmte Klosterbibliothek ansehen. Leider war sowohl das Museum, als auch die Bibliothek für den Publikumsverkehr geschlossen. Und so besichtigen wir die Kirche und schlendern durch den Park. Aber auch das ist lohnenswert.

Von Andmont biegen wir auf Bundesstraße 146 ab und fahren in den Nationalpark Gesäuse. Hier haben wir uns den Campingplatz Forstgarten zur Übernachtung ausgesucht. Eigentlich haben wir vor auf diesem wunderschönen Camping zwei Tage zu bleiben und eine Wanderung zu einer Jausenhütte zu unternehmen. Leider ist jedoch für den Folgetag schlechtes Wetter und Regen vorausgesagt. sodaß wir uns entschließen bereits tags darauf weiter zu fahren.

Es ist kalt und es regnet. Wir fahren weiter durch das Gesäuse und es läßt sich erahnen wie wunderschön diese Gegend bei schönem Wetter ist. Wir biegen von der 146 auf die 115 und kommen nach Eisenerz - der Name ist Programm. Wir fahren direkt auf einen Berg zu, der im Tagebau sukzessive abgebaut wird. Das Wetter in Verbindung mit dieser Mondlandschaft ist wenig einladend. Weiter geht es über Sankt Michael Richtung Spielberg (Formel1 Rennstrecke) und hier auf den Campingplatz Murinsel. Ich will hier für diesen Camp nicht zu viel Reklame machen. Klein, an einem größerer Badeteich gelegen, super Sanitäreinrichtung, tolles Restaurant, sehr gepflegt  .... einfach einmalig. Wir werden sicher das nächste Mal länger als die 12 Tage bleiben !

Vom Camp aus unternehmen wir eine Fahrradtour nach Judenburg. Die Stadt wurde erstmals im Jahre 1074 urkundlich erwähnt und erlangte seinen Reichtum durch - bei dem Namen nicht anders zu erwarten - jüdischen Händlern und Geldverleihern, sowie dem "Stapelrecht" und weitreichenden Zollrechten. Wahrzeichen der Stadt ist der Judenburger Stadtturm. Ursprünglich wurde er als Glockenturm für die benachbarte Statdtpfarrkirche gebaut, diente aber auch als Wachturm. Heute beherbergt er in rund 50 Meter Höhe eines der modernsten Planetarien Europas. Ein Besuch lohnt sich allein schon wegen der herrlichen Aussicht.

Nach acht wunderschönen warmen Tagen, die auch zum baden im Badeteich einluden, ist ab dem 24.09. Regenwetter angesagt. Also wird der Tag zur Weiterreise genutzt. Nächstes Ziel sollte Freistritz ob Bleibtreu und hier der Petzencamping am Pirkdorfer See sein. Dort angekommen bei Regen stellen wir fest die einzigen Camper zu sein. Darauf haben wir keine Lust und fahren weiter zum Hafnersee. Der ausgesuchte Campingplatz Hafnersee hat, obwohl eigentlich bis zum 15.10. geöffnet, bereits seine Pforten geschlossen. Ein weiterer Camp ist so trostlos, dass wir zum Faaker See weiterfahren. Hier hat glücklicherweise der Camping Arneitz noch bis zum 30.09. geöffnet und es herrscht dort auch "noch etwas Leben".

Ab und zu zeigt sich die Sonne. Wir bleiben drei Nächte, unternehmen Spaziergänge und gehen in einem angrenzenden griechischen Restaurant gepflegt essen. Der Faaker See ist eine schöne Urlaubsregion, es ist aber wirklich kühl für die Jahreszeit (14 Grad) und wenn wir an die weiteren Zielpunkte unserer Reise denken - höhere Lagen - ist die Entscheidung schnell gefallen. Wir fahren am 27.09. weiter nach Kroatien. Gesagt getan .....

Der Camping Bor liegt auf einer Anhöhe  ca. 500m vom Meer entfernt mit Blick auf die Stadt Krk  der gleichnamigen Insel. Der Platz liegt terrassiert in einem Olivenhain, hat tolle Sanitäreinrichtungen, eine kleine Pool-Landschaft - die wir aber nicht genutzt haben - und ein nettes Restaurant. Endlich ist es wieder warm und wir genießen die Sonne.

Täglich gehen wir in die Stadt Krk, sei es zum "sightseeing", einkaufen, bummeln, Eis essen etc.. Natürlich unternehmen wir auch Spaziergänge entlang der Olivenhaine, stellen fest, dass der Jakobsweg auch hier verläuft (laut google maps noch 2276 km bis Santiago de Campostela !). Wir erleben die Olivenernte und der Platzeigentümer zeigt uns wie Olivenöl in seiner Mühle hergestellt wird. Den ganzen Tag stehen die Fahrzeuge der Einheimischen in Schlangen vor der Mühle und lassen ihre Oliven verarbeiten. 

Am 13.10. brechen wir zur Heimfahrt auf. Erstes Etappenziel ist der Camping Ramsbacher in Rennweg am Katschberg. Aus den angedachten zwei Nächten wird nur eine, da es in dem Ort weder ein Restaurant noch eine Einkaufsmöglichkeit gibt. Der Platz ist aber, bedingt durch seine Nähe zur Tauernautobahn, ein sehr guter Etappenplatz.

 

Am nächsten Tag geht es weiter Richtung Heimat. Wir fahren den Strandcamping in Waging am See an. Aber auch hier ist das Angebot erheblich eingeschränkt. Weder das Restaurant, noch der Einkaufsladen hat geöffnet. Deshalb fahren wir mit dem Wohnmobil - bevor wir auf unseren Stellplatz ansteuern - noch einmal zum einkaufen um die nächsten zwei Tage zu "überleben". 

So, noch ein Etappe. Margrit will zur Ingolstadt Village. Wunsch erfüllt. Nach dem Erwerb einiger Kleidungsstücke geht es zur letzten Übernachtung auf den Azur Camping Auwaldsee in Ingolstadt und auch hier wieder die gleiche Situation wie am Anfang der Reise in Regensburg. Die ACSI-Karte wird entgegen dem Ausweis im Campingführer nicht akzeptiert, der geforderte Preis ist - im Gegensatz zu Regensburg - jedoch nur unwesentlich teurer als mit Anrechnung der Karte. Der Zustand des Camps ist allerdings ähnlich ... er macht einen eher ungepflegten Eindruck. Aber für eine Nacht ist das in Ordnung.

Fazit:

  • Österreich wohl eher im September, da der Oktober in der Regel bereits zu nass und zu kalt
  • Die Stell- und Campingplätze werden immer voller
  • Kroatien hat für mich von seinem einstigen Charme eingebüßt, es war wohl unser letzter Besuch dort.
  • Frankreich und Spanien sind für den Spätherbst die besseren Ziele